Sie verwenden den Facebook-Browser. Bitte öffnen Sie einen normalen Browser, um die Seite fehlerfrei angezeigt zu bekommen.
x

Auf den ROI kommt's an

13.11.2018

Was berufliche Weiterbildung wirklich bringt

Die Zeiten für sichere Investments waren schon mal besser. Immobilienblasen platzen und ständig drohende Finanzkrisen machen einem die Entscheidung auch nicht gerade leichter. Was bleibt also noch? Das einzig risikofreie Investment auch in unsicheren Zeiten ist die Investition in sich selbst: in die eigene Weiterentwicklung - mit einem hervorragenden Return on Investment (ROI). Aber wie kann der Ertrag durch Weiterbildung überhaupt quantifiziert werden und ist Weiterbildung wirklich mehr als die Summe von Investment plus Aufwand?

Bild eines Drehschalters auf dem ROI steht
Kann der ROI von Weiterbildung überhaupt quantifiziert werden?

Antworten auf diese Fragen und welche positiven Nebeneffekte Weiterbildung noch hat, weiß Dr. Astrid Kleinhanns-Rollé, Managing Director der WU Executive Academy.  

 

Ebenso wie bei Investments in anderen Bereichen wird der ROI auch beim Thema Weiterbildung immer wichtiger. Denn es geht um viel: Die Unternehmen wollen wissen, ob das Geld, das sie in ihre MitarbeiterInnen investiert haben, gut angelegt ist; für die TeilnehmerInnen spielt es eine große Rolle, denn sie sind es, die das neue Wissen und die neugewonnen Skills in der Praxis umsetzen; und der Weiterbildungsanbieter möchte belegen, was ein bestimmtes Programm, ein Kurs oder eine Maßnahme gebracht hat – und ob er sich damit für eine weitere Zusammenarbeit in der Zukunft empfohlen hat.

Portrait Kleinhanns-Rollé

Astrid Kleinhanns-Rollé

  • Managing Director der WU Executive Academy

Unabhängig davon, ob wir den ROI aus Sicht des Unternehmens, oder aus Sicht des Individuums betrachten: Was zählt, ist die ökonomischen Logik. Eine Weiterbildungsmaßnahme war also dann erfolgreich, wenn sie sich (finanziell) rentiert und einen konkreten Mehrwert generiert. In der Praxis kann sowohl die Rentabilität, als auch der Mehrwert unterschiedliche Dimensionen haben.

Die unterschiedlichen Dimensionen des ROI

 

Finanzieller ROI

Um den Erfolg eines Investments überhaupt verlässlich quantifizieren zu können, muss es ganz konkrete Zielsetzungen geben. Erst dadurch lässt sich ein Vorher-/Nachher-Vergleich anstellen. „Wenn es um das Thema Weiterbildung geht, sind wir es nicht gewohnt, uns selbst Ziele zu stecken, das gilt sowohl für Unternehmen, als auch für einzelne MitarbeiterInnen. Vergleichsweise leicht lässt sich ein ROI bei anwenderrelevanten Hard Skills- bzw. Fachschulungen in Bereichen wie Sales, Projektmanagement, IT, etc. darstellen, da ganz konkrete Zielzahlen herangezogen werden können. Oder natürlich auch beim Gehalt, oder den neuen Job-Angeboten, die jemand gerade deshalb erhält, weil man einen MBA absolviert hat. Bei Soft Skills geht das auch, ist aber etwas schwieriger abzubilden, weil zum Vergleich spezifische individuelle Kompetenzfelder hinterlegt werden müssen. Beispielsweise könnte es darum gehen, ob eine Führungskraft in der Lage ist, neue Tools einzusetzen oder ein neues Mindset für sich und die eigenen MitarbeiterInnen zu entwickeln“, sagt Kleinhanns-Rollé.

 

 

Bild einer Hand die Münzen hält
Für Hard-Skills lässt sich ein ROI vergleichsweise leicht darstellen, da konkrete Zielzahlen herangezogen werden. Foto © CC0 Licence

Skills- und Kompetenzerweiterung

An erster Stelle geht es bei jeder Weiterbildung natürlich darum, neues Wissen und Fähigkeiten zu erwerben – gerade in sich so stark verändernden Zeiten werden Anpassungs- und Veränderungsfähigkeit als wohl wichtigste Kompetenzen für Führungskräfte im 21. Jahrhunderts genannt. Neben dem Erwerb von den neuesten Tools und Methoden geht es aber zunehmend auch darum, das entsprechende Mindset zu schulen. Gerade in Managementpositionen braucht es heute andere, neue und vor allem mutigere Ansätze.

 

Für Organisationen ist Weiterbildung ein wichtiger Hebel, um stetig zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Innovationsfähigkeit, Agilität und Kompetenzaufbau, wenn es um Digitalisierung geht, sind zurzeit die wohl bekanntesten Schlagwörter. Mit gutem Grund: Wirksame Strategien zu entwickeln, um geeignete MitarbeiterInnen für neue Themen zu rekrutieren, wird aufgrund des „War for Talents“ zunehmend schwieriger und zugleich immer wichtiger. Die Lösung für das scheinbare Dilemma: eine gezielte interne Ausbildung der eigenen MitarbeiterInnen. „Gerade im Bereich Data Science erleben wir das ganz stark. Die gesuchten Experten sind am Markt noch kaum zu finden - wir müssen also klug in unsere eigenen MitarbeiterInnen investieren und ihnen das notwendige Rüstzeug mitgeben“, so Kleinhanns-Rollé.

 

Das Netzwerk

Einer der wichtigsten Gründe, sich für eine Weiterbildung zu entscheiden, ist das Netzwerk.

 

Aus Organisationssicht geht es nicht zuletzt auch um einen wesentlichen Beitrag zur Organisationskultur, indem sie ihren MitarbeiterInnen die Möglichkeit bieten, sich abseits des beruflichen Alltags untereinander auszutauschen, näher kennenzulernen und gemeinsam über zukünftige Entwicklungen nachzudenken. Zum anderen erkennen viele Unternehmen, welche positiven Auswirkungen es hat, wenn die eigenen MitarbeiterInnen gemeinsam mit jenen anderer Unternehmen lernen: „Gerade angesichts der digitalen Transformation ist es nämlich doppelt wichtig zu wissen, was andere Unternehmen machen und was sie erlebt haben. Es geht um ein ständiges Geben und Nehmen wertvollen Wissens und wichtiger Erfahrungen – zum Vorteil aller“, so Kleinhanns-Rollé.

 

Für Individuen waren und sind Netzwerke essentiell: Weiterbildung als neutraler Ort des Kennenlernens und als Basis für zukünftige Kooperationen und Karriere-Boosts. Außerdem sind Weiterbildungssituationen sehr gut geeignet, um die eigenen Talente und Kompetenzen zu erkennen und so den individuellen Mehrwert im Netzwerk zu verdeutlichen. „Ein internationales Netzwerk etwa im Rahmen eines MBA-Studiums unterstützt TeilnehmerInnen dabei, weltweit Kontakte zu knüpfen und sich mit Vortragenden, GastsprecherInnen und anderen Alumni zu vernetzen. Diese Kontakte können nicht nur für Karrierechancen genutzt werden, sondern international renommierte Executive Search Firmen werden ebenfalls auf MBA AbsolventInnen aufmerksam“, so Astrid Kleinhanns-Rollé.

Bild mit Spielfiguren die gemeinsam auf einem Brett stehen.
Kontakte die man innerhalb einer Weiterbildung knüpft, können ein wertvoller Anfang zu internationaler Vernetzung sein. Foto © CC0 Licence

Der einzigartige Mehrwert von Weiterbildung

In der bisweilen recht eindimensional geführten Diskussion, ob und ab wann sich etwas rechnet, werden ganz außergewöhnliche Nebeneffekte, die Weiterbildung mit sich bringt, oft vernachlässigt. Kleinhanns-Rollé dazu: „In Gesprächen mit Studierenden und AbsolventInnen hat sich gezeigt, dass abseits von Wissenserweiterung und Netzwerkausbau sehr oft Aspekte wie mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, mehr Mut oder Durchsetzungsvermögen als positive Auswirkungen auf ihre tägliche Arbeit genannt werden. Auch die Zufriedenheit mit der beruflichen Situation und die Leidenschaft, mit der jemand für ein Thema „brennt“, steigen nachweislich.“

 

Zudem schärft Weiterbildung den Blick über den Tellerrand, man identifiziert neue Möglichkeiten und Perspektiven und erkennt, wo und wie man selbst am besten wirksam werden kann. Weiterbildung schafft dabei gezielt Lernräume, die die Chance bieten, abseits von unserem Daily Business, die eigene Komfortzone zu verlassen, Neues auszuprobieren und radikale Ansätze zu testen. Und Kleinhanns-Rollé abschließend: „Weiterbildung ermöglicht last but not least die Stärkung der eigenen Reflexionsfähigkeit, das Aufdecken blinder Flecken des Ichs und trägt dazu bei, Fragen zur Persönlichkeit zu klären: Was will ich, wo will ich hin, was treibt mich an? Fragen, die uns dabei helfen, ein erfülltes und gleichzeitig glückliches Berufsleben zu führen.“

 

Wenn Sie mehr über berufliche Weiterbildung und dessen Wert erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.

Seite teilen