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Career Story: Jasmine Böhm, OMV

01. Oktober 2014

Global Executive MBA Alumna

Welches waren die prägendsten Stationen in Ihrem bisherigen Leben? Warum?
Da gab es einige. Im Grunde haben mich zwei Impulse immer am meisten geprägt: erstens Menschen, die gute Vorbilder dafür waren, wie man Dinge tun soll oder solche, die vorzeigten, wie man es auf keinen Fall machen sollte; und zweitens Herausforderungen, die ich meistern musste, um so in meiner Karriere voranzukommen.

Hatten Sie ursprünglich einen anderen Berufswunsch? Wenn ja, warum ist daraus nichts geworden?
Ja, einen sehr romantischen! Als ich ungefähr sieben Jahre alt war, wollte ich das erste Mal „Forscherin“ werden. Meine Vorstellung war eine wild-romantische Mischung aus David Livingstone, Indiana Jones und Jane Goodall. Ich wollte fremde Länder sehen und irgendetwas oder irgendjemanden entdecken. Tatsächlich war ich dann schon während meines Studiums in einige kleinere Forschungsprojekte involviert. Da ich Leidenschaft für meine Themen hatte, war ich erfolgreich und bekam direkt nach dem Studium einen Job an der Akademie der Wissenschaften. Tatsächlich ist der Alltag als „Forscherin“ aber weitaus weniger spannend, als man sich das vorstellt. Man verbringt die meiste Zeit damit, immer wieder in den unterschiedlichsten Formaten über seine Forschungsergebnisse zu erzählen. Für mich persönlich ist es viel spannender, neue Impulse zu setzen und bestehende Systeme zu verändern als sie „nur“ zu beschreiben.
 

Wie und warum hat es Sie zur OMV verschlagen?
Nach fünf Jahren in einer Management-Position hatte ich das Gefühl, dass ich nach etwas neuem Ausschau halten musste. Zu dieser Zeit hatte ich mein eigenes Unternehmen, eine kleine Beratungsfirma, die auf die Bereiche Change Management und Organisationsentwicklung spezialisiert war. Ich kündigte also meinen Job und fokussierte mich ganz darauf, mein Unternehmen zu vergrößern. Und um nicht Gefahr zu laufen, unterfordert zu sein, hab ich auch noch einen MBA begonnen.

Im Rahmen eines Beratungsprojekts für die OMV habe ich mehr über das Unternehmen erfahren und schließlich in jener Position begonnen, in der ich heute immer noch tätig bin. Ich habe es mir gut überlegt, für einen großen Konzern wie die OMV zu arbeiten und einige meiner „Freiheiten“, die ich als Selbstständige hatte, aufzugeben. Aber da es sich um ein völlig neues Betätigungsfeld handelte, war ich von Anfang an begeistert.

Was hat sich nach Ihrem MBA-Studium beruflich verändert? Wie war Ihnen die Ausbildung dabei behilflich, Ihre Karriereziele zu erreichen? Welche konkreten Entwicklungsmöglichkeiten ergaben sich daraus?
Den Global Executive MBA hatte ich mir aus mehreren Gründen ausgesucht. Einerseits hatte ich schon lange mit internationalen Unternehmen wie Microsoft und Shell als Beraterin gearbeitet, hatte aber keine ausgewiesene Ausbildung im Wirtschaftsbereich. Das wollte ich damit nachholen. Andererseits hatte ich Lust, in einem internationalen Kontext zu lernen und meinen Horizont zu erweitern. Das war damit die perfekte Möglichkeit.

Das Angebot, für die OMV tätig zu sein, bekam ich während des MBA. Es war nicht direkt das Ergebnis meines Studiums, aber alles, was ich während dieser Zeit gelernt hatte, machte es mir mit Sicherheit einfacher, mich auf die Rahmenbedingungen eines derart großen Unternehmens einstellen zu können. Wovon ich jedenfalls jetzt schon am meisten profitiere, sind meine Peers und die Netzwerke, die sich dadurch eröffnen. Welche Herausforderung auch immer in meinem Job auf mich zukommt, ich habe dadurch immer jemanden, der mir mit einer In-Side-out-Perspektive zum jeweiligen Thema mit Rat und Tat zur Seite steht.

Welches war Ihr größter beruflicher/persönlicher Erfolg?
Das ist sehr schwer zu sagen, da jeder Erfolg in dem Moment, in dem man ihn genießt, einzigartig ist. Manche mögen auf den ersten Blick klein sein, können aber ein ganzes System verändern und die Art und Weise, wie Menschen arbeiten. Viel Freude bereitet es mir, Unterstützung für gewissen Themen von Leuten zu bekommen, die diese von sich aus nicht unterstützen würden. Am schönsten ist es zu sehen, wie ein ursprünglicher Skeptiker zu einem echten Botschafter für deine Idee wird. Ich glaube, aus diesem Grund habe ich mich auch so lange mit Change Management beschäftigt. Im Moment freue ich mich darüber, dass es mir gelungen ist, einen völlig neuen Bereich in einem Unternehmen mit 27.000 Mitarbeitern aufzubauen, der jetzt schon positive Ergebnisse hervorbringt. In der nächsten Zeit werde ich mich intensiv damit beschäftigen, die nötigen Personalressourcen und die Unterstützung seitens des Managements zu bekommen, um unsere Nachhaltigkeitsstrategie in mehr als 30 Ländern weltweit weiter voranzutreiben und proaktiv umzusetzen.
 

Welches sind Ihre Ziele im kommenden Jahr? Ihre Ziele überhaupt? Gibt es etwas, das Sie unbedingt noch machen wollen?
Ich reise unglaublich gerne! Eine Weltreise ist etwas, das ich noch nicht gemacht habe, aber unbedingt einmal machen möchte. Das passt auch mit meinen beruflichen Ansichten sehr gut zusammen: Ich erlebe gerne Neues und brauche die Herausforderung bis zu einem gewissen Grad.
 

Was bedeutet für Sie „wahrer Luxus“?
Die Möglichkeit, machen zu können, was und wie ich es will.
 

Das letzte Buch, wofür Sie sich begeistern konnten?
Unser „Financial Accounting“-Buch für den MBA. (Nein, das war jetzt nur ein Scherz! Das war zwar sehr gut, aber Begeisterung ist doch etwas anderes.)


Also jetzt ernsthaft: „Dieses Buch wird Ihr Leben retten“ von A. M. Homes. Die Geschichte eines Aktienspekulanten in LA, der sein Leben auf den Kopf stellt und so langsam entdeckt, was ihm Freude macht. Keine spektakuläre Geschichte, aber eine sehr gut geschriebene.
 

Wie würden Sie Ihre Führungsphilosophie beschreiben? Hatten Sie ein großes „Vorbild“?
Ich sehe mich als Führungskraft als jemanden, die den Rahmen schafft, damit die anderen ihre Aufträge gut erfüllen können. Dazu zählen klare Arbeitsaufträge, zu motivieren und zu unterstützen, wenn es nötig ist, aber auch Spielraum für eigene Entscheidungen zu geben. Meiner Meinung nach, sind selbst bestimmtes Arbeiten und Wertschätzung zwei der wesentlichsten Motivationsfaktoren für fast alle Menschen. Die anderen brauchen klare Aufträge und jemanden, der/die ihnen die Entscheidung abnimmt. Da braucht man als Führungskraft auch gute Menschenkenntnis, um zu wissen, wie man wen am besten ins Boot holt. 

Wie schöpfen Sie abseits Ihres anspruchsvollen Berufes Kraft?
Ich nehme mir meine ganz persönlichen Auszeiten, allein oder mit FreundInnen. Wichtig ist mir dabei einen guten Ausgleich zum jeweiligen Alltag zu schaffen: sitze ich viel im Büro herum, gehe ich in die Natur; muss ich laufend mit vielen Menschen reden, mache ich etwas in kleinem Kreis oder ganz allein.

Mit wem würden Sie gern einmal für einen Tag tauschen?
Das ändert sich eigentlich ständig. Im Moment wäre es ein Astronaut. Astronauten erforschen Bereiche, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat und haben eine wunderschöne Aussicht von „oben“. Schwerelos zu sein, ist sicherlich ein großartiges Gefühl.

Warum würden Sie den Global Executive MBA der WU Executive Academy empfehlen? Was hat Ihnen am besten gefallen?
Das ist schon in Summe eine sehr prägende Erfahrung und ich glaube, jede/r pickt sich da etwas anderes heraus. Für mich waren die internationalen Residencies sehr prägend, da sie doch die Möglichkeit boten, Länder wie Russland, Indien, China und die USA aus einer besonderen Perspektive zu sehen. Wir waren dort Lernende, haben aber sehr viel über das Doing Business erfahren. Das ging weniger über die Lehrinhalte, die uns präsentiert wurden, sondern viel mehr über das Erleben vor Ort und über Tabus, wenn wir zum Beispiel auf  bestimmte Fragen keine oder nur sehr ausweichende Antworten bekommen haben. Das war sehr aufschlussreich! Da meine Peers auch noch aus Ländern wie Russland, Saudi Arabien, Kanada und und und kamen, waren die sehr oft die ExpertInnen für das, was hinter den Kulissen läuft.

Wordrap

Mein Lebensmotto:
Es geht alles, wenn ich nur will!
Darüber kann ich lachen:
Sehr vieles! Es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht herzhaft lachen kann.
Fehler, die ich am ehesten verzeihe:
Keine Ahnung! Eigentlich so gut wie alles, weil wir alle nur Menschen sind.
Mein letztes Geld würde ich ausgeben für:
Kommt darauf an, wie viel das ist; wenn es nur sehr wenig wäre, dann: eine Tafel Schokolade.
In 20 Jahren werde ich:
… hoffentlich noch immer machen, was mir Spaß macht!

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