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Career Story: Martin Seidl, Austrian Audio GmbH

17.02.2018

Global Executive MBA Alumnus

Welches waren die prägendsten Stationen in Ihrem bisherigen Leben? Warum?

Da gab es einige, denn mein Leben hat sich einige Male komplett verändert. Das erste Mal vor 10.000+ Menschen auf einer Bühne zu stehen und zu performen. Diese Situation hat man in Gedanken hunderte Male durchgespielt. Sich dorthin gewünscht und war in Gedanken absolut souverän. Doch wenn die Situation dann da ist, ist alles anders. Der Schritt hinaus, die ersten Töne. Eine beinahe unüberwindliche Herausforderung. Und dann die Emotion mit dem Applaus. Die innere Party. Der Cocktail aus Dopamin und Endorphinen. Dieses Gefühl prägt sich einfach ein. Zurückblickend habe ich von dieser Situation und den unzähligen anderen Bühnenerfahrungen fürs Businessleben sehr viel mitgenommen:

  • Glaube nicht zu wissen was auf Dich zukommt. Sei gespannt erwarte das Unerwartete und bleibe unheimlich wach und flexibel.

  • Wenn Du souverän agierst kannst Du als einzelner auch viele begeistern, mitnehmen und motivieren

  • Gut vorbereitet sein verringert den Stress … in jeder Situation.

  • Mein erstes Executive Management Meeting als “Neuer” im Management Team eines Fortune 500 Unternehmens. Beeindruckendes Setting

  • Sie kochen alle mit Wasser

  • Frag einfach, wenn Du etwas nicht verstehst

     

Hatten Sie ursprünglich einen anderen Berufswunsch? Wenn ja, warum ist daraus nichts geworden?

Ja, ich wollte die ersten 18 Jahre meines Berufslebens erfolgreicher Singer/Songwriter, Musiker und Produzent werden. Habe das auch über 20 Jahre (schon während der Schulzeit) hauptberuflich ausgeübt. Irgendwann wurden die eigenen Ansprüche ans Leben und was ich mir als Output erwartete höher als sie mein damaliger Lebensstandard erfüllen konnte. Auch kamen Faktoren wir Familie und vor allem Kinder ins Spiel. Es gibt kaum einen Familien-abträglicheren Beruf als den des Musikers. Obwohl der Fun-Factor erheblich war. Der Erfolg und die Anerkennung standen irgendwann empfunden in keinem Verhältnis mehr zum Aufwand. Worn out …

 

Wie und warum hat es Sie zu AUSTRIAN AUDIO verschlagen?

Nun, erstmal hat es mich in diese Industrie verschlagen. Professionelle Audiotechnik. Das war die Mischung aus Business und doch nahe meinen Passionen Musik, Tonstudio, Produktion und Broadcast. Damals hatte Österreich ein international anerkanntes Aushängeschild in der Industrie: AKG Acoustics. Weltberühmte Mikrofone und Kopfhörer.  Mein Einstieg dort war natürlich recht weit unten in der Futterkette. Ich arbeitete mich aber Stück für Stück weiter und absolvierte berufsbegleitend das Executive MBA Programm der WU/Carlson Business School. Wir waren damals nur 13 SchülerInnen im erst zweiten Jahrgang. In weitere Folge wechselte ich Konzern-Intern (AKG gehörte damals schon zum HARMAN Konzern, USA) nach Kalifornien zur Schwesternfirma JBL Professional (Loudspeaker Systems). Nach weiteren 8 Jahren schickte man mich dann zurück nach Österreich zur AKG, ins Management Team als VP, Global Sales & Market Development..

 

Im Herbst 2016 wurde HARMAN vom Technologieriesen Samsung geschluckt und Harman kündigte die Schließung der AKG Acoustics in Wien an. Ich hatte bereits 2014 den Konzern verlassen doch erkannte hier eine riesen Gelegenheit. Mit internationalen PartnerInnen und UnterstützerInnen gelang es mir die Finanzierung für die AUSTRIAN AUDIO GmbH auf die Beine zu stellen. Wir fingen den Großteil des weltweit sehr renommierten Forscher- & Entwicklerteams der AKG auf. Dazu noch einige SchlüsselmitarbeiterInnen im Bereich Finance, Marketing, Messtechnik, Projekt- und Produktmanagement.

 

Zurzeit entwickelt die AUSTRIAN AUDIO für OEM Kunden im Bereich Akustik, Audioelektronik, Mechanik und customized Messtechnik. Parallel dazu wird an den ersten eigenen Produkten im Segment High End Mikrofone und Kopfhörer gearbeitet.

 

Was hat sich nach Ihrem MBA-Studium beruflich verändert? Wie war Ihnen die Ausbildung dabei behilflich, Ihre Karriereziele zu erreichen? Welche konkreten Entwicklungsmöglichkeiten ergaben sich daraus?

Für mich war die Absolvierung des MBA and der WU sehr wichtig. Ich kam aus der Musik und Tontechnik, hatte in den 80er Jahren die Universitätslehrgänge Tontechnik und elektro-akustische Musik and der Hochschule für Musik absolviert. Das brachte mir Respekt bei Kunden. Auch bin ich in einer Unternehmerfamilie aufgewachsen, wo ich einiges an allgemeinen Informationen zum Thema Business, Margen, Profits, Overheads etc. mitbekommen habe. Aber der wirtschaftstheoretische Teil, Bewertungstools, Key Performance Indikatoren, aber auch Statistik und Finance verlangten mir Respekt ab. Aber ohne dieses Wissen begibt man sich besser nicht in internationale Businessdiskussionen. Insofern passte auch die Ausbildung auf Englisch für mich sehr gut und ich konnte mich damit in einem großen, internationalen Konzern etablieren. Netzwerk, muss ich leider sagen, habe ich nicht viel erlebt. Dazu ist meine Branche vielleicht auch zu speziell. Ich war beim größten Konzern unserer Branche, ist aber im Vergleich immer noch ein Nischen-Champion.

 

Welches war Ihr größter beruflicher/persönlicher Erfolg?

Die Gründung der AUSTRIAN AUDIO auf einer vernünftigen finanziellen Basis, die einen Mindestbetrieb sicherstellt und uns die Zeit gibt den neuen Firmennamen zu etablieren und diese weltweit beachtete Tradition in Wien überleben zu lassen.

 

Welches sind Ihre Ziele im kommenden Jahr? Ihre Ziele überhaupt? Gibt es etwas, was Sie unbedingt noch machen wollen?

Im kommenden Jahr werden die ersten AUSTRIAN AUDIO Produkte auf den Markt kommen. Unter dem eigenen Markennamen die ersten eigenen Produkte, designed und entwickelt von MeisterInnen der Mikrofontechnologie. Ein riesen Ziel und ein großartiges Gefühl. Ich stehe wieder auf der Bühne vor zigtausend Menschen und möchte sie begeistern. Außerdem wäre ein Ziel ein neues Album auf Vinyl zu veröffentlichen … irgendwann.

 

Was bedeutet für Sie „wahrer Luxus“?

Das Leben genießen zu dürfen. Ich gehe in der Früh ins Büro und gehe mit mehr Energie am Abend raus. Das war nicht immer so und ich kann dieses Gefühl gar nicht hoch genug bewerten. Das bedeutet in der Firma von begeisterten und begeisternden Menschen umgeben zu sein. Aber auch der Luxus abschalten zu dürfen, nach wie vor Musik zu machen, mit KollegInnen zu musizieren. Und natürlich den Kids zuzusehen wie sie ihren Weg gehen.

 

Das letzte Buch/der letzte Film, wofür Sie sich begeistern konnten?

Aviator.

 

Wie würden Sie Ihre Führungsphilosophie beschreiben? Hatten Sie ein großes „Vorbild“?

Ich möchte begeistern, nicht überzeugen. Ich lasse mich aber auch begeistern. Leading is not a one way street. Nein, ich habe kein dezitiertes Vorbild. Ich Cherry-picke von hier und da.


Wie schöpfen Sie abseits Ihres anspruchsvollen Berufes Kraft?

Musizieren/Singen. Ich spiele nach wie vor aktiv mit einer 7-köpfigen Jazzband. Der Herr SEIDL & Die Jäzzpoeten. Außerdem spiele ich mit Begeisterung Golf.

 

Mit wem würden Sie gern einmal für einen Tag tauschen?

Uh... DIESE Frage... Vielleicht mit Dustin Johnson um wirklich mal zu erleben wie weit der Weg zu Perfektion ist... Aber eigentlich mit niemandem.

 

Warum würden Sie den Global Executive MBA der WU Executive Academy empfehlen? Was hat Ihnen am besten gefallen?

Er ist eine großartige Ergänzung. Sowohl, wenn man sich bereits im Business Umfeld bewegt, aber noch nicht so sicher auf internationalem Business Terrain ist, als auch wenn man Erfahrungen aus anderen Wissensgebieten (wie bei mir) mit klassischem Business-Allround-Wissen ergänzen will. Seit unserem Jahrgang hat sich sicherlich nochmal alles verändert, aber die Professoren und Dozenten waren damals sehr nah an den Studenten. Gut erreichbar, gingen sehr auf Individuelles ein.

Wordrap

Mein Lebensmotto:
Es macht dir niemand eine Freude. Freude kommt aus dir selbst... und es ist schön diese mit anderen zu genießen. Privat, wie beruflich.
Darüber kann ich lachen:
Georg Kreisler, Joseph Hader und über mich beim Golf spielen (manchmal!)
Fehler, die ich am ehesten verzeihe:

Wenn sie beim Versuch entstehen, Unnmögliches zu versuchen... auch wenn das Scheitern ziemlich wahrscheinlich war.

Mein letztes Geld würde ich ausgeben für:
Das NULL-Kalorien-Schnitzel mit NULL-Kalorien Mayonnaise-Salat... das natürlich auch noch schmeckt wie ein Schnitzel mit Kalorien.
In 20 Jahren werde ich:
20 Jahre älter sein... hoffe ich.

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