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Online- vs. Blended-MBA: Welches Format passt besser zu mir?

02. März 2020

Vor- und Nachteile der 2 Modelle

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Immer mehr ManagerInnen entscheiden sich für ein berufsbegleitendes MBA-Studium, um ihre Karriere voranzutreiben, weil sie so Beruf, Studium und Familie besser miteinander vereinbaren können. Zur Auswahl stehen reine Online-Programme und sogenannte Blended-MBAs, bei denen Online-Elemente mit Präsenzmodulen im Hörsaal kombiniert werden. Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Doch wo liegen ihre Vor- und Nachteile?

Dr. Astrid Kleinhanns-Rollé, Managing Director der WU Executive Academy, hat sich im Folgenden die fünf wichtigsten Unterschiede genauer angesehen.

1.    Flexibilität: auf die Work-Life-Study-Balance kommt’s an

Die Hauptzielgruppe berufsbegleitender MBA-Programme sind erfahrene und vielbeschäftigte ManagerInnen. Das Sprichwort „Zeit ist Geld“ gilt für sie ganz besonders. Ein hoher Grad an Flexibilität ist daher ein unschätzbarer Bonus für die Work-Life-Study-Balance, weil sie Karriere, Familie und MBA-Studium gleichzeitig unter einen Hut bringen müssen.

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Online-Elemente ergänzen die Präsenzmodulen bei den „Blended-MBAs”.

Beide Modelle erfüllen diese Voraussetzung. Reine Online-Studien maximieren die Flexibilität, weil die Studierenden selbst entscheiden, wann und wo sie lernen. Diese Flexibilität hat jedoch auch ihren Preis: Die Planung liegt ganz allein bei den Studierenden. Das setzt nicht nur ein hohes Maß an Selbstdisziplin, sondern auch ausgeprägte autodidaktische Fähigkeiten voraus.

Auch bei Blended-MBAs macht flexibles Distance-Learning einen großen Teil des Lehrplans aus. Mehr Struktur geben hier allerdings die Präsenz-Module, die in der Regel geblockt am Wochenende oder im Rahmen von Studienreisen stattfinden und somit gut planbar sind. Ein besonderer Vorteil hier ist, dass die TeilnehmerInnen das Gelernte unmittelbar nach dem Modul in der Praxis anwenden können.

Pavel Vranek

Pavel Vranek, MBA

  • Alumnus | General Manager bei BMW RENOCAR

Meine MitarbeiterInnen haben den Montagen nach einem MBA-Modul immer mit gemischten Gefühlen entgegen gesehen. Jedes Mal bin ich mit neuen Ideen nach Brünn zurückgekehrt, die ich am liebsten sofort umsetzen wollte. Nicht selten war das mit viel Arbeit für alle Beteiligten verbunden, es hat sich aber definitiv ausgezahlt.

2.    Netzwerk und persönlicher Kontakt sind durch nichts zu ersetzen

Beim Thema Netzwerken haben Blended-MBAs klar die Nase vorn. Im Hörsaal ergibt sich ein enormes Potenzial für den Erfahrungs- und Meinungsaustausch, speziell dann, wenn unterschiedliche Nationalitäten, Kulturen und Funktionen aufeinandertreffen. Außerdem gilt: Unabhängig von Branche und Position ist ein gutes Netzwerk eine unverzichtbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere. Die Präsenz-Module bieten hier eine optimale Mischung: Aus StudienkollegInnen werden ImpulsgeberInnen und BeraterInnen, GeschäftspartnerInnen und Start-Up-GründerInnen.

Nicht selten entstehen im Hörsaal enge Beziehungen, die weit über das Studium hinausgehen und im entscheidenden Moment schnell und einfach Hilfe bieten, wie ein Global Executive MBA Alumnus aus eigener Erfahrung weiß:

„Der nächste logische Schritt für unser Unternehmen war es, in Russland Fuß zu fassen. Ein großer und wichtiger Markt, der aber nach seinen eigenen Regeln spielt. Während der Expansionsvorbereitungen habe ich mein MBA-Netzwerk angezapft. Das Ergebnis: In nur sechs Wochen waren wir in Russland einsatzbereit. Ohne die Tipps und Impulse aus meinem russischen Netzwerk hätte unser Vorhaben viel länger gedauert und wohl auch um einiges mehr gekostet …“

Studierende im Hörsaal
Bei Blended-MBAs haben Studierende mehr Möglichkeiten zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

3.       Online-Learning ist mehr als das Bereitstellen von Content

Modernes Online-Learning unterscheidet sich grundlegend vom reinen Zur-Verfügung-Stellen von Inhalten. Es ist interaktiv, vielseitig und dynamisch. Dabei kommen diverse Tools zum Einsatz, die sowohl bei Online- als auch bei Blended-MBAs Anwendung finden:

In beiden Fällen übernimmt die Technologie den Part des physischen Präsent-Seins. Mittels Internet-Zugang haben die Studierenden die Möglichkeit, via Streaming Videos, interaktiven Chatrooms, Webinar-basierten Break-Out-Sessions oder Diskussionsforen asynchron, aber auch synchron, also live, zu lernen und sich auszutauschen. Das gilt für beide Formate gleichermaßen.

4.    Der Wert des MBA-Abschluss: Reputation sticht Format

Viele AbsolventInnen eines reinen Online-Studiums haben mit einer geringeren Anerkennung ihres MBA-Abschlusses zu kämpfen. Der gewünschte Karriere-Kick bleibt dadurch aus. Grund dafür ist, dass sich bei vielen Personalverantwortlichen hartnäckig das Vorurteil hält, dass ein Online-MBA leichter zu erwerben ist als ein Blended-MBA. Das stimmt aber nicht. Der Wert eines Abschlusses definiert sich nicht so sehr über das Format, als vielmehr über die Reputation der Business School und die Qualität, die dahintersteht. Ein Vorteil des Online-MBA ist, dass durch die Ortsunabhängigkeit auch weiter entfernte Business Schools in den Fokus rücken können, deren Angebot noch besser den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Gruppenarbeit
Nur wenn Sie klare Zielsetzungen haben, können Sie ein Maximum aus dem MBA rausholen.

5.    Zeit und Geld: Investitionsaufwand im Vergleich

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Online-MBAs in der Regel billiger sind als Blended-MBAs. Das mag vielleicht für qualitativ weniger hochwertige Anbieter stimmen, die diesen Aspekt in den Fokus ihrer Kommunikation rücken. Die Top-Business Schools lassen sich das Mehr an Flexibilität bezahlen, oft auch deshalb, weil sie im Hintergrund höhere Kosten für die spezielle Aufbereitung der Inhalte und ausgeklügelte technologische Plattformen haben, die optimal auf das Lernen auf Distanz abgestimmt sein müssen.

Auch bei der Studiendauer gibt es Unterschiede: Während Blended-MBA-Programme an einem bestimmten Tag beginnen und enden, ist der Einstieg bei vielen Online-MBAs jederzeit möglich. Die Dauer des Studiums bestimmt der Studierende selbst. Diese Flexibilität hat aber auch Nachteile: Vielen Studierenden gelingt es nicht, einen guten Rhythmus für sich selbst zu finden, und erfolgreiches Netzwerken fällt viel schwerer, wenn nicht alle dieselben zeitlichen Vorgaben haben, weil man sich leichter aus den Augen verliert.

Fazit

Wer sich zwischen Online- und Blended-MBA entscheidet, sollte sich folgende Fragen stellen: Wie wichtig ist mir maximale Flexibilität? Habe ich bereits eine bestimmte Universität im Ausland im Auge? Ist die Erweiterung meines Business-Netzwerks ein zentrales Ziel des Studiums? Und wie viel Struktur und Zeitdruck brauche ich, um effektiv zu studieren? Die Antworten auf diese Fragen werden Ihnen dabei helfen, die richtige Entscheidung für das für Sie passende Studienformat zu treffen. Wer so aus seinem MBA-Programm das Maximum herausholt, dem ist auch der gewünschte Karriere-Kick (fast) sicher.

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