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Warum Interims-ManagerInnen die besseren Berater sind

14. Februar 2020

Welche Vorteile hat Management auf Zeit?

Klassische UnternehmensberaterInnen und Interims-ManagerInnen haben vieles gemeinsam: Sie sind erfahrene externe ExpertInnen, können sich flexibel an Unternehmen andocken und werden für einen bestimmten Zeitraum eingesetzt. Eines unterscheidet sie jedoch ganz grundlegend: Wenn es um die Umsetzung geht, bleiben Interims-ManagerInnen im Unternehmen. Welche Vorteile Management auf Zeit für Unternehmen bietet, welche vielfältigen Anwendungsfälle es abseits von Krisenfällen gibt und worauf man bei der Auswahl der richtigen ExpertInnen achten sollte, erklären Interims-Management-Profi Iliana Schmatelka und Helga Pattart-Drexler, Head of Executive Education der WU Executive Academy.

Bild eines Managers der auf die Uhr schaut
Was macht gute Interims-ManagerInnen aus und wofür werden sie eingesetzt? Foto © CC0 Licence

Der Lebenslauf von Iliana Schmatelka ist beeindruckend: Sie hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche sowie bei Produktions- und Handelsunternehmen in 19 Ländern weltweit gesammelt. Und doch sitzt Schmatelka, die auch Absolventin des Global Executive MBA ist, heute nicht mehr auf einem Geschäftsführersessel, wie damals während des Studiums an der WU Executive Academy. Sie ist unter anderem als Interimsmanagerin tätig, also als Managerin auf Zeit. Das heißt: Ihre Managementaufgabe bei einem Unternehmen ist von begrenzter Dauer. „Das Besondere für mich bei Interims-Aufträgen ist, dass sie beides - Beratung und Implementierung - im ständigen Austausch darstellen. Die Arbeit als Managerin auf Zeit ist vielfältig, man lernt viel und wächst mit jedem neuen Auftrag. Die Wirtschaft braucht dringend erfahrene „Macher“ und deshalb liegt im Interims-Management die Zukunft“, ist Schmatelka überzeugt.

Profis an Bord

Für Helga Pattart-Drexler liegen die Vorteile auf der Hand: „Interims-ManagerInnen verfügen in der Regel über langjährige Berufs- und Führungserfahrung, typischerweise aus der ersten und zweiten Führungsebene großer Organisationen. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase nehmen sie die Rolle der operativen Linien- oder ProjektmanagerIn im normalen Betrieb oder in Change Prozessen ein. Je nach Bedarf können so SpezialistInnen von außen hinzugezogen werden. Gerade in Zeiten, in denen sich viele in der Transformationsphase hin zum digitalen Unternehmen befinden, ist externe Technologie-Knowhow gefragt. Und: Sie liefern wertvolle Impulse und Feedback, weil sie nicht den internen Strukturen verhaftet sind und Rücksicht auf die Hierarchien nehmen müssen.“

Iliana Schmatelka ist seit 2010 als Managerin auf Zeit und Beraterin tätig und weiß, dass in unserer intensiven Zeit kein Spielraum ist, um aus Planen und Implementieren einen zweistufigen Prozess zu machen – es muss nahtlos und effizient geschehen.

Portrait Iliana Schmatelka

Iliana Schmatelka

  • Interims-Management Profi und Global Executive MBA Absolventin

InterimsmanagerInnen können aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrung gezielt beraten und gleichzeitig implementieren. Gerade diese Unterscheidung zur Beratung macht diesen Bereich immer attraktiver. Um es mit den Worten von Peter Drucker zu sagen: Pläne sind nur so gut wie die Implementierung danach.

Umfangreiche Einsatzmöglichkeiten

„Bei der Arbeit mit unseren KundInnen sehen wir, dass der berufliche Alltag immer stressiger und intensiver wird, es muss heute innerhalb einer Organisation vieles gleichzeitig bewältigt werden“, so Helga Pattart-Drexler. ManagerInnen auf Zeit könnten da akute Probleme lösen und unter anderem bei Change-Prozessen Hand anlegen. Und das gilt im speziellen nicht mehr nur in Krisenfällen: auch im Zuge von Übernahmen, Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen oder bei der Überbrückung von vorübergehenden personellen Engpässen werden ManagerInnen auf Zeit erfolgreich eingesetzt; neuerdings verstärkt auch im Projektmanagement, der Unternehmensentwicklung, oder wenn es um konkrete Expertise zu einem Spezialthema geht, die nicht intern abgedeckt werden kann.

Aber auch wenn die Arbeitsbelastung zu hoch wird – sichtbar beispielsweise durch eine hohe Fluktuation oder Fälle von Burn-out – macht ihr Einsatz Sinn. Für Iliana Schmatelka wird sich die Idee, ManagerInnen auf Zeit an Bord zu holen, in naher Zukunft zudem als grundlegende Verstärkung für klassische Managementaufgaben bewähren, also nicht nur in schwierigen Zeiten sondern auch in Wachstumsphasen. „Als Erweiterung der bestehenden Kapazitäten sind Interims-ManagerInnen schnell und effektiv.“ Wichtig sei aber der Gedanke, dass die Aufgabe befristet durchgeführt wird.

Bild eines ausgelösten Puzzelteiles als Symbol für einen Interims-Manager
ManagerInnen auf Zeit werden nicht mehr nur in Krisenfällen eingesetzt - sie können auch in vielen anderen Situationen das Unternehmen unterstützen.

Der Weg zur idealen Interims-ManagerIn

In Österreich und anderen CEE-Ländern sei Interimsmanagement dennoch erst am Anfang, meint Schmatelka; besonders im Vergleich zu den Niederlanden, wo vor 50 Jahren das Management auf Zeit entstand, und Deutschland, gäbe es Nachholbedarf. Und das hat laut Pattart-Drexler auch einen Grund: „Viele Unternehmen kennen einfach noch keine Beispiele erfolgreicher Interims-Management-Lösungen, oder haben selbst schlechte Erfahrungen gemacht. Das ist sehr schade.“

Damit Interims-Management gelingen kann, braucht es nämlich unbedingt den „perfect fit“ zwischen AuftraggeberIn Unternehmen und der ManagerIn auf Zeit, wie es Schmatelka bezeichnet. Wie also finden Unternehmen passende InterimsmanagerInnen? Schmatelka, die selbst seit knapp zehn Jahren auch als Interims-Managerin tätig ist, hat diese Tipps parat, auf die Unternehmen unbedingt achten sollten.

Bild einer Darts Zielscheibe
Um mit einem/einer Interims-ManagerIn ins Schwarze zu treffen, muss eine Kombination aus Führungserfahrung, Branchenwissen und passendem Skillset vorhanden sein. Foto © CC0 Licence

Praktische Führungserfahrung

Was in erster Linie zählt, ist die praktische Führungserfahrung. Daher sollten auch vorwiegend Interims-ManagerInnen eingesetzt werden, die schon etliche Jahre in Managementpositionen vorzuweisen haben und über fundiertes Know-how in der Führung von Teams, im Change-Management, in den Bereichen Business Development und Restrukturierung oder in Start-up-Begleitung verfügen. Erfahrungen in der Planung von Ressourcen, in der Budgetierung und Finanzierung, im Controlling und Reporting, machen gute Interims-ManagerInnen aus, denn das sind wichtige Voraussetzungen für geplante Implementierung und erfolgreichen Abschluss von Prozessen. Interims-ManagerInnen sind nicht nur BeraterInnen, sie verfügen auch über die Entscheidungs- und Durchführungsgewalt in Prozessen und sollten in der Lage sein, diese auch ausüben zu können.

Funktions- und Branchenwissen

Erst an zweiter Stelle kommt die Expertise in der jeweiligen Branche (Automotive, Banken, Retail, etc.) oder für eine bestimmte Funktion (Produktionsleitung, Asset Management, Post-Merger Integration), weil Interims-ManagerInnen Führungspersönlichkeiten sind, die nach einem sehr kurzen Anpassungszeitraum, nicht nur die Leitung von existierenden Prozessen und Teams übernehmen, sondern diese auch oft für bessere Resultate strategisch neu ausrichten müssen.

Persönliche Stärken

Die wichtigsten Kriterien sind neben der Führungserfahrung und Expertise Lösungskompetenz, Unabhängigkeit im Denken und die Fähigkeit zur Umsetzung von Strategien und Zielen. Interims-ManagerInnen müssen beim Auftraggeber und im Team sehr schnell Akzeptanz finden und Vertrauen gewinnen, um effektiv und erfolgreich zu sein. Dafür sind Flexibilität, Toleranz, Loyalität, und ständiges Vertreten der Interessen des Auftraggebers gefragt, sowie andere Soft Skills wie ein ausgeprägter Sinn für Kommunikation und Teamfähigkeit. Gute Interims-ManagerInnen sind Umsetzer, von denen man im Prozess lernt, sie sind MentorInnen und Coaches.

Die MBA Programme der WU Executive Academy bilden jede Art von ManagerIn weiter. Mehr Informationen zu den Programmen finden Sie hier.

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