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Career Story: Heinz Lachinger, Austrian Airlines

17. Juni 2013

Professional MBA Controlling & Finance Alumnus

Welches waren die prägendsten Stationen in Ihrem bisherigen Leben? Warum?
Die Zeit meines Studiums hat mich sicher besonders geprägt. Ich entschied mich unmittelbar nach der Matura für den Einstieg ins Berufsleben, weil ich möglichst rasch eigenes Geld verdienen wollte. Als ich mich 3 Jahre später entschloss, ein  Studium der Wirtschaftswissenschaften in Hagen zu beginnen, hatte ich mir zwar bereits berufliche Praxis und eine gewisse Erfahrung in einem international tätigen Unternehmen aneignen können. Gleichzeitig stellte die Kombination aus Beruf und universitärer Ausbildung doch erhebliche Ansprüche ans persönliche Ressourcenmanagement. Es dauerte seine Zeit, Beruf, Familie und Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Auch der Charakter des Studiums – die Uni Hagen bietet ja die Möglichkeit, sein Studium über weite Strecken quasi dezentral zu absolvieren - erforderte eiserne Disziplin. Letztendlich aber war der gewählte Weg für mich persönlich genau das, was ich gesucht hatte. Nämlich die perfekte Kombination aus wissenschaftlichem Arbeiten einerseits und den beruflichen Herausforderungen in einer anspruchsvollen Industrie andererseits, die diesen Lebensabschnitt so spannend gemacht hat. Ich hatte die Gelegenheit, viele Inhalte der Ausbildung unmittelbar im unternehmerischen Umfeld anzuwenden. Umgekehrt gab mir mein Beruf die Möglichkeit, eigene Erfahrungen im Zuge meiner Tätigkeit mit den theoretischen Grundlagen abzugleichen und meine Ausbildung mit relevanten Praxisinhalten anzureichern.


Hatten Sie ursprünglich einen anderen Berufswunsch? Wenn ja, warum ist daraus nichts geworden?
Nein, die Airline-Industrie hatte mich bereits seit meiner Jugend fasziniert. Das internationale Umfeld, die eingesetzte Technologie und die Herausforderungen eines Dienstleistungsbetriebs, der seinen Kunden Mobilität als Produkt anbietet, stellen eine wirklich spannende Herausforderung dar. Gleichzeitig ist es toll, in einem Unternehmen zu arbeiten, das im Rahmen seiner Leistungserstellung die österreichische Lebensart und Gastlichkeit in die Welt hinausträgt.

Wie und warum hat es Sie zu Ihrer aktuellen Position verschlagen?
Nach der Matura und einem knappen Jahr Bankkarriere bot sich die Gelegenheit, einen Job bei der Austrian im Controlling - damals hieß der Bereich noch Kostenrechnung - anzunehmen. Ich habe sofort zugegriffen. Mein Studium der Wirtschaftswissenschaften habe ich dann ja parallel zum Beruf absolviert.

Was hat sich nach Ihrem MBA-Studium beruflich verändert? Wie war Ihnen die Ausbildung dabei behilflich, Ihre Karriereziele zu erreichen? Welche konkreten Entwicklungsmöglichkeiten ergaben sich daraus?
Während der Zeit, in der ich mein MBA-Studium absolvierte, war ich bei Austrian Airlines für Controlling und Rechnungswesen verantwortlich. Der damalige Vorstand bei Austrian Airlines, insbesondere natürlich der Finanzvorstand, war sehr am Fortschritt des Studiums interessiert und betraute mich während dieser Zeit immer wieder mit Projekten, die ich auch gut für mein MBA-Studium verwerten konnte. Gleichzeitig gab mir die postgraduale Ausbildung für Corporate Finance die Möglichkeit, mir das Rüstzeug anderer wichtiger Teilbereiche z.B. wie Treasury, Investor Relations und Procurement anzueignen. Insofern hat der MBA-Abschluss sicher dazu beigetragen, als ein knappes halbes Jahr später die Leitung des Finanzressorts bei Austrian Airlines vakant wurde, in die engere Wahl gekommen zu sein und letztendlich die Funktion auch übertragen bekommen zu haben.

Welches war Ihr größter beruflicher/persönlicher Erfolg?
Austrian Airlines hat bekanntlich bewegte Zeiten hinter sich. Neue Marktteilnehmer mit teilweise radikal anderen Geschäftsmodellen, Ölpreise auf Rekordniveau und das anspruchsvolle wirtschaftliche Umfeld machten eine strategische Neuausrichtung und eine Stärkung der Kapitalbasis notwendig. Es war rasch klar, dass eine strategische Zusammenarbeit mit einem Global Player der Airline-Industrie die nachhaltig sinnvollste Option darstellen würde. 2009 wurde Austrian Airlines Mitglied im Airline-Verbund der Deutschen Lufthansa. Ich war in dieser Phase bereits als „Corporate Finance Officer“ für das Finanzressort verantwortlich. Die Phase des Übergangs war von spannenden Aufgaben, wie der Due Dilligence, Delisting und dem Heben der Synergien geprägt.

Im Allgemeinen ist davon auszugehen, dass ein neuer Eigentümer – insbesondere bei angespannter wirtschaftlicher Situation – auch und vor allem im Finanzressort personelle Veränderungen durch Einsatz von „eigenen“ Leuten vornimmt. Der Umstand, in meiner Funktion nicht nur bestätigt worden zu sein, sondern als CFO ab sofort auch Mitglied des erweiterten Vorstands zu sein, erfüllt mich mit Stolz und werte ich als großen Vertrauensbeweis.

Welches sind Ihre Ziele im kommenden Jahr? Ihre Ziele überhaupt? Gibt es etwas, das Sie unbedingt noch machen wollen?
Beruflich steht die Finalisierung der Sanierung der Austrian Airlines im Vordergrund. Es ist unser Ziel, im heurigen Geschäftsjahr den Turnaround zu schaffen und im neuen Umfeld endlich wieder operativ schwarze Zahlen zu schreiben. Der CFO hat dabei eine zentrale Rolle einzunehmen. Es gilt, die Voraussetzung zu schaffen, notwendige Investitionen aus dem operativen Cashflow zu finanzieren und die Voraussetzungen für künftiges profitables Wachstum zu schaffen.
Privat ist es mein Ziel, etwas mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Insbesondere die eine oder andere Reise zu machen und gemeinsam mit meinen Kindern andere Kulturkreise und Lebensweisen kennen zu lernen.

Was bedeutet für Sie „wahrer Luxus“?
Ich denke, dass ein sorgenfreies Leben wohl am ehesten in diese Kategorie fällt. Dazu zähle ich vor allem Gesundheit und ein intaktes Familienleben.

Das letzte Buch/der letzte Film, wofür Sie sich begeistern konnten?
Beruflich bedingt lese ich natürlich viel Fachliteratur und einschlägige Zeitschriften. Der letzte Roman ist, ehrlich gesagt, schon einige Zeit her und ich bin auch kein passionierter Filmkonsument. Ich lese in der Freizeit sehr gerne Reiseberichte und Fachzeitschriften aus der Aviation-Industrie.

Wie würden Sie Ihre Führungsphilosophie beschreiben? Hatten Sie ein großes „Vorbild“?
Ich habe eigentlich kein wirkliches Vorbild, was das Verständnis anbelangt, zu führen. Ich denke, als Führungskraft ist man Vorbild und Pulsgeber gleichzeitig. Engagierte Mitarbeiter sind für mich ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Authenzität und Zielorientierung stehen dabei im Vordergrund. Ich denke, Berechenbarkeit und Glaubwürdigkeit sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Vorbildwirkung. Zielerreichung setzt eigenverantwortliches Denken und bereichsübergreifendes Handeln voraus. Neben dem Setzen von Zielen wird es künftig zunehmend auch wichtig sein, den Sinn und die Bedeutung der Zielerreichung zu vermitteln. Ich vereinbare mit meinen Mitarbeitern daher anspruchsvolle, aber erreichbare Ziele und versuche regelmäßig Feedback zur Orientierung zu geben. Bei Problemen gebe ich Unterstützung, ohne jedoch gleich das Ziel in Frage zu stellen. Die Erfolge meines Teams werden gesehen und honoriert.

Wie schöpfen Sie abseits Ihres anspruchsvollen Berufes Kraft?
Meine Familie und ich versuchen, ab und an die Wochenenden ganz bewusst terminfrei zu halten und ganz für uns zu haben. Wir gehen dann oft in die Natur. Abseits von Verpflichtungen gewinnt man Abstand und lädt seine Batterien wieder auf.

Mit wem würden Sie gern einmal für einen Tag tauschen?
Mit unserem Kater.

Warum würden Sie den Professional MBA der WU Executive Academy empfehlen? Was hat Ihnen am besten gefallen?
Der MBA geht auf alle wichtigen Aspekte des modernen Finanzmanagements ein. Es besteht  die Möglichkeit, an der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Lehre teilzuha-ben. Das ist ein der wesentlichsten Voraussetzungen, um auch im beruflichen Umfeld den Anschluss nicht zu verlieren. Der Erfahrungsaustausch mit den Referenten, die häufig auch aus der Praxis kommen und die Vernetzung untereinander erweitern den persönlichen Horizont. Besonders wichtig ist sicher auch der internationale Bezug des Studiums.

Schwer zu sagen, was mir am besten gefallen hat. Es ist das Gesamtprogramm, das General Management, Corporate Finance, Controlling und Wirtschaftspolitik miteinander verbindet.

Wordrap

Mein Lebensmotto:
Immer am Ball bleiben.
Darüber kann ich lachen:
über Banalitäten. Oft auch über mich selbst, das tut gut.
Fehler, die ich am ehesten verzeihe:
bei ernsthafter Bereitschaft, aus ihnen zu lernen.
Mein letztes Geld würde ich ausgeben für:
für meine Kinder
In 20 Jahren werde ich:
hoffentlich bei guter Gesundheit in der Lage sein, meine beruflichen und privaten Interessen wahrnehmen zu können. Privat werde ich mit derselben Frau zusammen sein und die Wünsche und Zukunftspläne meiner Kinder haben sich erfüllt.

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