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Career Story: Ignaz Füsgen, Ascend Strategic Communications

17.10.2018

Global Executive MBA Alumnus

Welches waren die prägendsten Stationen in Ihrem bisherigen Leben? Warum?

Jede berufliche Station war eigentlich auf ihre Art prägend. Beginnend mit vielen unterschiedlichen Ferialpraktika während des WU-Studiums, war ich immer darauf bedacht, mit jedem Karriereschritt etwas Neues zu lernen und etwas meinem Erfahrungsportfolio hinzuzufügen. Das methodische Handwerkszeug, wie Prozessanalyse und Projektmanagement, habe ich sicherlich in meiner ersten Station bei KPMG Consulting erhalten und es dann später hinsichtlich Personalführung, Unternehmensstrategie, Business Development und Kommunikation, ergänzt.

 

Hatten Sie ursprünglich einen anderen Berufswunsch? Wenn ja, warum ist daraus nichts geworden?

Als Kind wollte ich immer Archäologe oder Paläontologe werden. Zum Leidwesen meiner Eltern war ich ein begeisterter Sammler von Fossilien und antiken Gegenständen, wie Tonscherben usw. Mit 18 Jahren habe ich mich dann entschieden, BWL an der WU zu studieren, um mich erst einmal nicht zu stark auf ein einzelnes Berufsbild festlegen zu müssen und mir alle Optionen offen zu halten, auch hinsichtlich anderer Hobbies wie dem Sammeln Moderner Kunst und Reisen. Das Interesse an Geschichte ist nach wie vor lebendig und manches Mal müssen nun meine Frau und unsere drei kleinen Kinder „leiden“ und ihren Papa ins Museum begleiten.

 

Wie und warum hat es Sie zu Ascend Strategic Communications verschlagen?

2015 habe ich mich endlich entschieden, der Festanstellung den Rücken zu kehren (damals war ich Head of Business Development, Marketing and Communications und Mitglied des Executive Committee bei Webber Wentzel, einer der größten afrikanischen Anwaltskanzleien) und habe KOHMAP Consulting, eine Managementberatung für Professional Services gegründet, die später durch Avuka Training and Coaching als korrespondierende Trainingsgesellschaft ebenfalls für Professional Services ergänzt wurde. Kurz nach Gründung von KOHMAP wurde ich angesprochen, ob ich nicht beim Aufbau der EU Chamber of Commerce and Industry in Southern Africa als Senior Advisor mitwirken wolle, einer zentralen Advocacy- und Lobbying-Plattform für EU-Unternehmen in Südafrika. Durch meinen Werdegang habe ich häufig an der Schnittstelle von Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Recht gearbeitet und als Europäer „mit Ortskenntnissen“ und lokalen Netzwerken war ich geradezu perfekt auf die Rolle vorbereitet.

 

Nach Ablauf der Gründungsphase der EU Chamber kam die Idee der Etablierung von Ascend Strategic Communications zusammen mit einer ehemaligen Kollegin von Webber Wentzel auf. Seit 2017 berät Ascend Privatunternehmen, Regierungsbehörden und NGOs bei strategischer Kommunikation und Policy-Entwicklung. Typische aktuelle Projekte inkludieren das südafrikanische Policy-Monitoring für einen globalen OEM in der Automobilbranche oder die Projektleitung eines Teilprojektes (Contribution of EU FDI to Inclusive Growth in South Africa) im Kontext der EU-SA Dialogue Facility.

 

Die Schwesterunternehmen KOHMAP und Avuka existieren übrigens noch immer und erfreuen sich gleichfalls zahlreicher Beratungsmandate im Legal Sector. Jüngst sind wir als erster Trainingsanbieter in Afrika für Legal Project Management vom International Institute of Legal Project Management akkreditiert worden.

 

Was hat sich nach Ihrem MBA-Studium beruflich verändert? Wie war Ihnen die Ausbildung dabei behilflich, Ihre Karriereziele zu erreichen? Welche konkreten Entwicklungsmöglichkeiten ergaben sich daraus?

Nach Abschluss des Executive MBAs fühlte ich mich bestärkt, eine Führungsfunktion zu übernehmen und habe aktiv diese Idee verfolgt. In meinem Fall führte es dazu, dass ich aus einer Senior-Managementrolle ohne wesentliche Personalverantwortung den Sprung an die Spitze einer Abteilung mit schlussendlich 21 MitarbeiterInnen vollzogen habe und dort wesentliche strategische und organisatorische Änderungen herbeigeführt habe.

 

Viele universitäre Konzepte wurden durch den MBA aufgefrischt und aktualisiert, sowie durch die intensive Zusammenarbeit mit den anderen MBA-StudentInnen weiter mit Einblicken angereichert, so dass ich diese neue Führungsaufgabe ganzheitlich übernehmen konnte.

 

Welches war Ihr größter beruflicher/persönlicher Erfolg?

Mein größter beruflicher Erfolg ist der Erfolg meiner Mentees im Rahmen von Shanduka Black Umbrellas, eines Inkubators für schwarze Start-ups. Durch die vielen Privilegien, die ich durch meine Eltern, meine Ausbildung an der WU Wien, die Förderung durch meine ehemaligen Vorgesetzten und KollegInnen und den Erfahrungsaustausch mit FreundInnen erfahren habe, ist es großartig, wenn man etwas an Andere, die nicht so viel Glück hatten, weitergeben und ein kleines bisschen zu deren Erfolg beitragen kann.

 

Mein größter persönlicher Erfolg, wenn man denn es so beschreiben kann, ist meine Familie. Berufliche Erfolge sind meines Erachtens oft der größte Feind des eigenen Wertesystems. Nichts ist leichter, als sich schnell zu korrumpieren, abzuheben oder auch den einfachen, bequemen Weg zu gehen. Eine Familie, die einen immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt, quasi re-kalibriert, aber auch in schweren Situationen unterstützt, ist durch nichts zu ersetzen. Eine Familie fordert auch Teamplay ein und erwartet einen Beitrag. Ist es ein Erfolg, meine Frau und Kinder zu haben? Ich würde es eher ein Privileg nennen, für das ich sehr dankbar bin und das man sicher immer wieder vor Augen führen muss.  

 

Welches sind Ihre Ziele im kommenden Jahr? Ihre Ziele überhaupt? Gibt es etwas, was Sie unbedingt noch machen wollen?

Für das kommende Jahr steht die weitere Stabilisierung der Cashflows der drei Unternehmen im Vordergrund. Beratung, egal welcher Ausprägung, ist naturgemäß volatil und die derzeitige Wirtschaftssituation im südlichen Afrika bessert sich erst allmählich seit der Amtseinführung Cyril Ramaphosas als neuen Präsidenten Südafrikas im Februar. Dahingehend bieten wir unsere Services auch zunehmend in Deutschland und Österreich an, um den für Europa günstigen Rand-Euro-Wechselkurs als Vorteil für unsere Mandanten zu nutzen.

 

Ein großes Projekt privater Natur von meiner Frau und mir ist die gemeinsame Besteigung des Kilimandscharos in ein paar Jahren, sobald die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind.

 

Was bedeutet für Sie „wahrer Luxus“?

“Wahrer Luxus” ist die Zeit zu haben, ein Rezept aus einem unserer vielen Kochbücher zu nehmen, stundenlang die Zutaten einzukaufen und für die Familie zu kochen.

 

Das letzte Buch/der letzte Film, wofür Sie sich begeistern konnten?

Es sind tatsächlich zwei Bücher: Einmal Dikgang Mosenekes „My own Liberator“, die Autobiographie des ehemaligen Deputy Chief Justice Südafrikas. Einar Karasons „Die Teufelsinsel“, die Geschichte einer isländischen Großfamilie in einer Barackensiedlung. Obwohl letzteres Fiktion ist, so teilen doch beide eine ungebrochene Lebensfreude und den Willen, das Leben unter allen Umständen selbst in die Hand zu nehmen.

 

Eine Leidenschaft, die sich aus meiner Jugend erhalten hat, ist die Begeisterung für Star Wars-Filme. 

 

Wie würden Sie Ihre Führungsphilosophie beschreiben? Hatten Sie ein großes „Vorbild“?

Meine Vorbilder waren insbesondere meine Vorgesetzten bei KPMG und Clifford Chance, Martin Mahler und Dr. Joachim Schütze. Beide haben nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“ gehandelt. Fehler waren in Ordnung und wurden toleriert, solange man aus ihnen lernte. Wenn etwas nicht funktionierte oder falsch lief, dann wurde einem auch geholfen, sofern man ehrlich und offen alle Fakten auf den Tisch legte. Diese Philosophie habe ich mir auch zu eigen gemacht, wobei das sozio-kulturelle Umfeld, zum Beispiel Südafrika im Vergleich zu Deutschland oder Österreich, manchmal zu marginalen Anpassungen zwingt. Durch das traditionelle Hierarchiedenken bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen Südafrikas (in ihren jeweiligen Communities, nicht untereinander) muss man zum Beispiel das Konzept der Eigenverantwortung und Subsidiarität mancherorts erst einmal erklären und kann es nicht einfach voraussetzen.

 

Wie schöpfen Sie abseits Ihres anspruchsvollen Berufes Kraft?

Veränderungen im meinem unmittelbaren, persönlichen und professionellen Umfeld zu erleben, gibt mir Kraft, Zufriedenheit und den Antrieb weiterzumachen.

 

Mit wem würden Sie gern einmal für einen Tag tauschen?

Ich würde mit niemanden einen Tag tauschen wollen, da ein Tag schlicht zu wenig ist, um das Leben eines anderen Menschen, seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten, zu begreifen.

 

Warum würden Sie den Global Executive MBA der WU Executive Academy empfehlen? Was hat Ihnen am besten gefallen?

Der wichtigste Aspekt des Programmes ist im Rückblick die Erfahrung, unter enormem Zeitdruck (Tagesjob plus MBA) hochspannende Themen (wieder) zu entdecken und dabei auch noch Freundschaften zu schließen, die bis zum heutigen Tag – dieses Jahr begehen wir unser 10-jähriges Jubiläum – halten. Einer der intensivsten Lebensabschnitte bisher, den ich nicht missen möchte.

Wordrap

Mein Lebensmotto:
Carpe Diem
Darüber kann ich lachen:
Trevor Noahs Witze
Fehler, die ich am ehesten verzeihe:
Grobmotorik
Mein letztes Geld würde ich ausgeben für...
Eine Flasche Chardonnays
In 20 Jahren werde ich:
Nichts bereut haben und weiterhin das Leben genießen!

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