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Forbes: Timea Reicher #2 der einflussreichsten Managerinnen der Slowakei

06. Mai 2019

Retail Director bei Slovnaft und Global Executive MBA Alumna

Können Sie uns bitte Ihren bisherigen beruflichen Werdegang schildern?

Wenn ich zurück denke, war der März 2006 ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich begann bei Slovnaft in Bratislava zu arbeiten und startete gleichzeitig den MBA in Wien. Slovnaft betreibt neben der Produktion und dem Großhandel von Raffinerieprodukten das größte Einzelhandelsnetz in der Slowakei. In den ersten 2 Jahren meines Studiums war ich für das Corporate Center verantwortlich, das mir ein gutes Verständnis für den beruflichen Alltag des Unternehmens, die Menschen, Prozesse und Aufgaben vermittelt hat. Weitere 2 Jahre in der Abteilung für Asset- und Servicemanagement und weitere 4 Jahre Corporate Services einschließlich Procurement, Investments und Asset- und Servicemanagement gaben mir einen ausgezeichneten Einblick in interne Dienstleistungen, Projektmanagement und Führung. Es war mir eine Ehre, im April 2013 als erste Frau in den Vorstand des Unternehmens aufgenommen zu werden. In den letzten 3 Jahren habe ich die Retail-Abteilung geleitet. Diese Position hat bisher den größten Einfluss auf mein Leben und meine Karriere gehabt. 

 

Wollten Sie ursprünglich einen anderen Karrierepfad einschlagen? Wenn ja, warum haben Sie Ihre Pläne geändert?

Irgendwie habe ich nie von einer bestimmten Position oder einem bestimmten Unternehmen geträumt, in dem ich arbeiten möchte. Ich war schon immer an Dienstleistungen, Menschen und neuen Trends interessiert und dieses Interesse ist definitiv ein großer Vorteil, um in meiner jetzigen Position zu bestehen. Das führende Retail-Kraftstoffnetzwerk in der Slowakei zu betreiben, es zu transformieren und inzwischen Teil eines der stärksten CEE-Unternehmen der MOL Group zu sein, war nicht nur eine Herausforderung, sondern auch zeit- und nervenaufwendig. Aber die Ergebnisse und Kundenfeedbacks zeigen, dass es sich gelohnt hat.

 

Was war Ihr größter beruflicher/persönlicher Erfolg?

Definitiv das, was ich mit unserem Retail-Bereich erreicht habe. Trotz des größten Kraftstoffeinzelhandelsnetzes hatten wir mit einem negativen Ruf zu kämpfen, als ich die Position übernahm. Der Teamgeist fehlte und eine reibungslose Zusammenarbeit mit der MOL Group funktionierte nicht immer. Es war keine leichte Aufgabe, ein Team zu bilden, das das Geschäft in die gleiche Richtung lenkt wie die Gruppe, die es leitet. Nach 3 Jahren kann ich jedoch sagen, dass ich sehr froh bin über das, was wir erreicht haben.

 

Was war für Sie die größte Herausforderung? Was war Ihr größter beruflicher Fehler (aus dem Sie viel gelernt haben)?

Die größte Herausforderung bestand darin, das Unternehmen zu verstehen und gleichzeitig zu führen. Was mir dabei sehr geholfen hat, war die Erfahrung, die ich auf dem Weg zur Managerin gesammelt habe, das Wissen aus dem MBA und nicht zuletzt, gesunden Menschenverstand zu nutzen. Das Vertrauen in die richtigen Leute und der Aufbau eines vertrauenswürdigen Teams war eine Herausforderung während der Transformation. Heute sehe ich, dass dies, trotz einiger schlafloser Nächte, der Schlüssel zum Erfolg war.

 

Was sind die 3 wichtigsten Erfahrungen in Ihren Leben, die Sie dahin geführt haben, wo Sie gerade sind?

  1. Von anderen zu lernen

  2. Den Hausverstand benutzen

  3. Menschlich bleiben, egal unter welchen Umständen.

 

Wenn Sie an den talentiertesten High Potential in Ihrem Unternehmen denken, welche 3 Ratschläge würden Sie dieser Person geben, um ein erfolgreiches und erfülltes Leben zu führen?

  1. Bleib positiv in deinen Gedanken - sobald man positive Energie hat, werden sich die Leute mit positiven Reaktionen an einen wenden.

  2. Versuche eine angemessene Work-Life-Balance zu finden - in einer führenden Position werden sich deine Gedanken sowieso um das Unternehmen drehen. Man muss einen Schalter finden, um hin und wieder seinen Kopf auch wieder frei zu bekommen.

  3. Wenn es nötig ist, mit Rat & Tat zur Seite stehen – man muss sein Team unterstützen, dessen Probleme verstehen und zeigen, dass man sich kümmert.

Wie würde Ihr Team Sie mit nur 5 Worten als Führungskraft beschreiben?

  1. Workaholic

  2. Ergebnisorientiert

  3. Besonnen

  4. Menschlich

  5. Witzig

 

Was hat sich in Ihrer Karriere durch Ihren MBA-Abschluss verändert? Wie hat Sie das Programm bei der Erreichung Ihrer Karriereziele unterstützt? Welche konkreten Karrieremöglichkeiten haben sich für Sie ergeben?

Es eröffnete mir den Blick auf viele Themen und schuf Freundschaften, die immer noch Bestand haben. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Fachleuten mit Berufserfahrung gab mir die Möglichkeit, das Wissen der KollegInnen, Vortragende und Guest Speakers in mir aufzunehmen. Als Teil dieser außergewöhnlichen Gruppe konnte ich viel lernen. Ich empfehle diese Erfahrung jedem, da sie die Realität aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt und Ihr Wissen definitiv erweitert.


Wie haben Sie in Bezug auf den Workload Ihres Studiums, den MBA, Ihren anspruchsvollen Job und Ihre Familienleben bewältigt?

Offen gesagt: es ging mir schlecht. Ich erinnere mich, dass meine KlassenkameradInnen eine Vereinbarung mit ihren ChefInnen hatten, nicht immer 100% geben zu müssen, damit sich der MBA parallel dazu ausging. Ich hab sie darum beneidet. Da ich gleichzeitig einen neuen Job anfing, war diese Zeit meines Lebens wie eine Reise in einem Hochgeschwindigkeitszug. Das ist es, was ich ein wenig bedauere. Man sollte sich daher Zeit nehmen, um sich wirklich voll auf das Lernen und Networking konzentrieren zu können.

 

Was bedeutet für Sie "großer Luxus"?

Zeit mit meiner Familie zu verbringen, ohne Zeitdruck, Karten spielen, oder aber auch ein Buch bei einem guten Glas Wein zu lesen.

 

Welches war das letzte Buch/Film, den Sie wirklich genossen haben?

Buch: Die Erbin, von John Grisham

Film: Die Frau des Nobelpreisträgers - mit Glenn Close


Wenn Sie für einen Tag mit jemandem den Platz tauschen könnten, wer wäre das?

Niemand, ich mag mein Leben, so wie es ist.

Wordrap

Darüber kann ich lachen:

Gute Witze, die Kommentare meiner Tochter, meine Misserfolge (mit dem nötigen Abstand)

Fehler, die ich am ehesten verzeihe:

Kleine Fehler, die unter Stress gemacht werden.

Ohne diese App auf meinem Smartphone könnte ich nicht überleben:

Google Translate - meine Tochter geht in Österreich zur Schule und meine Deutschkenntnisse sind quasi nicht vorhanden.

Das findet man immer in meinem Kühlschrank:

Käse und Wein.

Mein letztes Geld würde ich ausgeben für:

Essen.

Vor 10 Jahren dachte ich:

Ich werde nie ein Unternehmen führen.

Heute weiß ich:

Dass mir die Führungsrolle gut steht.

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