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Was das FT EMBA Ranking für MBA Studierende bedeutet

21. November 2019

Eine Analyse der einzelnen Kategorien aus der Sicht der TeilnehmerInnen

Das Financial Times (FT) Executive MBA (EMBA) Ranking zählt zweifelsohne zu den prestigeträchtigsten und bedeutendsten MBA Rankings der Welt. Gespannt warten die führenden Business Schools auf der ganzen Welt alljährlich auf die Veröffentlichung im November. Dabeisein ist alles, je weiter vorne desto besser. Was aber bedeutet das wichtigste globale MBA Ranking für MBA Studierende? Wie sind die einzelnen Kategorien zu verstehen? Eine Kurzanalyse von Prof. Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy, anlässlich der Publikation des diesjährigen FT EMBA Rankings am 18. November 2019.

Bild der Executive Academy, MBA Business School
Der Global Executive MBA der WU Executive Academy gehört zu den Top 50 EMBA Programmen weltweit - doch was bedeutet das FT Ranking konkret?

Dem Financial Times EMBA Ranking liegt ein aufwendiger Prozess zugrunde, der 16 Kriterien genauer beleuchtet und vor allem das Gehalt und die Karriereentwicklung, die Diversität der Business School sowie Forschung & CSR im Fokus hat. Die einzelnen Kriterien sind dabei unterschiedlich gewichtet, wobei der überwiegende Teil der Daten (55%) direkt von den AbsolventInnen stammt. Den Rest, vorwiegend quantitative Daten über TeilnehmerInnen, Vortragende, Programminhalte und Forschungsaktivitäten (45%), stellen die Business Schools zur Verfügung. Was aber bedeuten die einzelnen Kategorien für zukünftige MBA Studierende tatsächlich in der Praxis und gibt es interessante Insights, die nicht gleich aus dem Ranking ablesbar sind?

Welche Business School darf überhaupt am FT EMBA Ranking teilnehmen?

Um teilnehmen zu können, verlangt die Financial Times von den Business Schools, dass sie entweder von AACSB oder EQUIS akkreditiert sind. Außerdem muss die Klasse das Programm gemeinsam als Kohorte durchlaufen und mindestens 30 TeilnehmerInnen haben. Die Reihung der Executive MBA Programme im Financial Times EMBA Ranking erfolgt entlang der folgenden Kriterien:

„Jahreseinkommen heute“ und „Einkommenssteigerung“

Gewichtung – jeweils 20%: Die ersten beiden Alumni-Kriterien sind das Durchschnittseinkommen drei Jahre nach Abschluss und die Gehaltssteigerung im Vergleich zum Vor-MBA-Gehalt. Bei der Gehaltssteigerung wird sowohl der absolute Anstieg als auch der prozentuale Anstieg berücksichtigt. Die Gehälter werden in US-Dollar umgerechnet.

FACT: Genau diese Gewichtung macht es für Business Schools aus Europa und CEE zunehmend schwerer, mit ihren asiatischen Konkurrenten mitzuhalten, weil beide Gehaltskriterien insgesamt 40% des Gesamtrankings ausmachen. Auf den ersten Blick ist das völlig logisch, auf den zweiten heißt das aber, dass beispielsweise europäische Schulen mit den Gehaltssteigerungen von Alumni chinesischer Eliteunis jenseits der 100% nicht mithalten können und einen empfindlichen Wettbewerbsnachteil haben, den sie auch mit hervorragenden Ergebnissen in den anderen Kategorien kaum mehr ausgleichen können. Hier liefert das Financial Times-Ranking also ein etwas eindimensionales Bild, weil eine bestimmte Platzierung nicht notwendigerweise mit der Qualität eines Programms übereinstimmen muss.

Bild von Münzstapeln als Symbol der Gehaltssteigerung von MBA AbsolventInnen
Das Jahreseinkommen und Einkommenssteigerung der Studierenden sind 2 der wichtigsten Kriterien im Financial Times Ranking. Foto © CC0 Licence

„Karrierefortschritt“

Gewichtung – 5%: Der Karrierefortschritt berechnet sich anhand der Senioritätslevels und der Größe der Unternehmen, in denen die Alumni arbeiten, jeweils im Vergleich zu vor ihrem MBA und drei Jahre danach.

FACT: Siehe „Berufserfahrung“.

„Berufserfahrung“

Gewichtung – 5%: Die Berufserfahrung beschreibt die einschlägige Berufserfahrung der Alumni vor dem EMBA im Hinblick auf die Dauer der besetzten Positionen, die Anzahl der Jahre in jeder Position, die Unternehmensgröße und die Auslandserfahrung.

FACT: Die TeilnehmerInnen tragen zu einem hohen Maße zur Qualität eines MBA-Programms bei. Je erfahrener sie sind, desto mehr profitieren ihre KlassenkollegInnen, und umgekehrt.

„Ziele erfüllt“

Gewichtung – 5%: Dieses Kriterium geht der Frage nach, inwieweit die Alumni ihre für den MBA gesetzten Ziele erreicht haben bzw. ob sich der MBA für sie gelohnt hat.

FACT: Je höher dieser Prozentsatz ist, desto mehr können zukünftige MBA Studierende davon ausgehen, dass ein MBA hält, was man sich von ihm verspricht.

„Weibliche Vortragende“, „Weibliche Studierende“ und „Frauen im Advisory Board“

Gewichtung – jeweils 4% bzw. 1% (Board): Prozentsatz weiblicher Vortragender, Studierender und Mitglieder im Advisory Board.

FACT: Diversität ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines MBA – das gilt nicht nur für die TeilnehmerInnen und die Faculty, sondern auch für die Zusammensetzung des Advisory Boards.

Bild einer weiblichen MBA Klasse
Diversität als Qualitätsmerkmal: auch der Anteil an weiblichen Studierenden und Vortragenden fließt in das Ranking mit ein.

„Internationale Vortragende“ und „Internationale Studierende“

Gewichtung – jeweils 5%: Diese Kriterien beschreiben die Vielfalt der Faculty und der Studierenden. Insbesondere geht es darum, wie hoch der Prozentsatz an Vortragenden und TeilnehmerInnen ist, deren Staatsangehörigkeit sich vom Veranstaltungsland des MBA unterscheidet.

FACT: Die Qualität der Vortragenden zeigt sich zum einen daran, wie viel Praxiserfahrungen sie neben ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit mitbringen und zum anderen, wie viel internationale Erfahrungen sie sammeln konnten. Nur so können sie den TeilnehmerInnen Einblicke in die Besonderheiten der unterschiedlichen nationalen und internationalen Märkte geben. Dasselbe gilt für die Zusammensetzung der Klasse: Alle TeilnehmerInnen bringen selbst umfangreiche berufliche und persönliche Erfahrungen aus unterschiedlichen Branchen, Funktionen und Kulturen in den Unterricht ein. So tragen sie im selben Ausmaß zur hohen Qualität des Programms bei, wie es die Vortragenden tun. Je höher diese beiden Prozentsätze, desto mehr Chancen gibt es, Neues zu lernen.

„Internationales Advisory Board“

Gewichtung – 2%: Wie hoch ist der Anteil der Mitglieder des Advisory Boards, deren Staatsbürgerschaft sich von jenem Land unterscheidet, im dem der MBA angeboten wird.

FACT: Dem höchsten Steuergremium eines MBA kommt eine wichtige beratende Funktion zu. Je internationaler der Erfahrungsschatz des Advisory Boards, desto mehr trägt ein Programm den Anforderungen einer globalisierten und digitalisierten Welt Rechnung.

„Anteil der Unterrichtseinheiten in anderen Ländern“

Gewichtung – 5%: Dieses Kriterium beschreibt den Prozentsatz der Unterrichtseinheiten, die außerhalb jenes Landes durchgeführt werden, in dem sich die Business School befindet.

FACT: Für die TeilnehmerInnen heißt dieses Kriterium: Je höher, desto mehr internationale Erfahrungen werden sie im Laufe ihres Studiums sammeln – entweder im Rahmen von internationalen Studienreisen oder Unterricht an Studienorten in anderen Ländern, wenn eine Business School über mehrere verfügt: In der Regel setzen sich diese Module aus gezielten Unterrichtseinheiten bei lokalen Partneruniversitäten und Firmenbesuchen zusammen, die den TeilnehmerInnen Gelegenheit bieten, Unternehmen vor Ort aus erster Hand kennenzulernen und mit dem Top-Management über ihre Erfahrungen zu diskutieren.

Bannerbild des Global Executive MBA
Internationalität wird beim Global Executive MBA der WU Executive Academy groß geschrieben - ein Faktor der auch bei mehreren Kriterien des Rankings eine große Rolle spielt.

„Sprachen“

Gewichtung – 1%: Anzahl der Sprachen, die für einen Abschluss benötigt werden.

FACT: Die meisten im Financial Times EMBA Ranking gelisteten Programme nennen eine Sprache, die notwendig ist, um das jeweilige MBA Programm abzuschließen. In der Regel ist das Englisch. Manche verlangen zwei, oder versehen die Angabe mit einem „*“, was bedeutet, dass das Programm nicht durchgehend auf Englisch angeboten wird.

„Faculty mit Doktorat“ und „FT Forschungs-Rang“

Gewichtung – 5% bzw. 10%: Diese beiden Kriterien beschreiben die Qualität der Forschungsleistung einer Business School. Neben dem Prozentsatz der Vortragenden mit Doktorat sieht sich die Financial Times genau an, wie hoch der Anteil der Publikationen der Vortragenden einer Business School in 50 der wichtigsten internationalen Journals ist. Die Summe wird dann je nach Größe der Fakultät gewichtet.

FACT: Die Qualität der Forschung einer Business School kommt den Studierenden direkt zugute: Nicht nur fließen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in den Unterricht ein, die Vortragenden sind auch Experten darin, die Forschungsergebnisse so herunter zu brechen, dass sie von den Teilnehmern unmittelbar in der Praxis angewendet werden können. Es gilt daher: Je höher die Qualität in der Forschung, desto höher die Aktualität der Inhalte.

„CSR Rang“

Gewichtung – 3%: Das FT EMBA Ranking hat 2018 ein neues Bewertungskriterium hinzugefügt: Corporate Social Responsibility (CSR). Dabei sieht sich die FT an, wie hoch der Anteil der einzelnen Module am Curriculum ist, die sich mit den Themen CSR, Ethik und sozialen bzw. Umweltthemen beschäftigen.

FACT: Seit längerem schon stehen MBA Programme in der Kritik, zu fakten- und wissenslastig zu sein und ManagerInnen nicht mit jenen Kompetenzen auszustatten, um verantwortungsvoll zu führen und sich der Auswirkungen ihres Handelns bewusst zu sein. Je weiter oben sich ein MBA bei dieser Rangreihung befindet, desto umfassender geht das Curriculum auf Themen wie Ethik, Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Führen ein.

Für mehr Informationen zum Global Executive MBA der WU Executive Academy, klicken Sie bitte hier.

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