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Der 360° CEO - wenn's ums Ganze geht

01. Oktober 2019

von Astrid Kleinhanns-Rollé

Effizienzsteigerung, Profitmaximierung und Shareholder Value - Grundlagen des modernen Wirtschaftens und gleichzeitig auch ein bisschen old-school, oder? Unternehmer denken in der Regel langfristiger und handeln gesellschaftlich verantwortungsvoller. Was können sich ManagerInnen und CEO‘s in managementgeführten Firmen von EntrepreneurInnen abschauen? Responsible Leadership heißt das Zauberwort.

Bild eines 360 CEO
Ein 360° CEO vereint old-school Praktiken und neue Entrepreneurship-Methoden gekonnt.

Das Unternehmen Sonnentor ist eines der leuchtenden Beispiele am Firmenhorizont. Das 320-MitarbeiterInnen starke mittelständische Unternehmen aus dem Waldviertel exportiert Biotees und Gewürze in 53 Länder weltweit, mit einem Jahresumsatz von rund 45 Millionen Euro. CEO Johannes Gutmann kennt jede MitarbeiterIn persönlich und führt das Unternehmen gemeinwohlorientiert. Faire Gehälter, Wertschätzung und nachhaltiges Wirtschaften statt Konkurrenzdenken und Profitmaximierung.

Das Unternehmen ist überschaubar groß und eigentümergeführt, werden Sie womöglich einwenden. Es ist nicht an der Börse, muss sich nicht vor seinen Shareholdern verantworten und ist nicht dem Diktat der Quartalszahlen unterworfen. Vergessen Sie nicht: auch Amazon, Microsoft und H&M sind erfolgreiche börsennotierte Konzerne, aber über Stimmrechte eigentümergeführt – das ist ein Unterschied. Tendenziell sind eigentümergeführte Unternehmen nämlich nachhaltiger, entscheiden langfristiger und achten mehr auf ihre unternehmerische Werte denn auf reinen Shareholder Value.

Von Shareholdern zu Stakeholdern

Doch verantwortungsvolles und werteorientiertes Wirtschaften, das auf die eigenen MitarbeiterInnen, die KundInnen und die Umwelt achtet, das den Profit zur Sicherung des eigenen Fortbestands ebenso im Blick hat wie die Auswirkungen auf die Gesellschaft, ist nicht nur Sache von gemeinwohlorientierten Unternehmern. Die Welt ist ein globales Dorf geworden. Wir kommen von der shareholderorientierten Wirtschaft zu einer globalen stakeholderorientierten Gesellschaft, die auch die KundInnen, die Zulieferer, die Rohstoffbauern und die Umwelt miteinbezieht. Menschenrechte, soziale und umweltrechtliche Aspekte müssen in Führungsentscheidungen miteinbezogen werden – das verlangen auch zunehmend die KundInnen. Verantwortungsvolle Entscheidungen und nachhaltiges Handeln müssen zur Maxime für die Wirtschaft schlechthin werden – wollen wir negative Bumerangeffekte auf die Gesellschaft vermeiden. Und: werteorientierte Unternehmen wie Sonnentor sind nicht zuletzt gerade deswegen bei ihren KundInnen erfolgreich.

Ein CEO der auf einen kleinen Globus zeigt
Die Welt ist ein globales Dorf geworden - eine Entwicklung die bei Managemententscheidungen verücksichtigt werden muss. Foto © CC0 Licence

Aus alt mach neu

Natürlich ist der Wandel von einem profitorientierten zu einem stark werteorientierten Unternehmen nicht immer einfach. Möglich wird er nur mit einem umfassenden Systemwandel, der alte Strukturen aufbricht: allzu starre Hierarchien und Führungsstrukturen, Incentives wie etwa Managerboni, die bisher nur kurzfristige Erfolge anhand weniger Kennzahlen belohnt haben. Aber auch die Art der Zusammenarbeit wandelt sich: weg von Konkurrenzdenken hin zu Kollaboration. Auch das Selbstverständnis als Führungskraft und CEO bricht auf: rein statusgetriebene KarrieristInnen gibt es immer seltener. Auch ManagerInnen wollen Sinn in ihrer Arbeit finden und positive Veränderungen mitgestalten.

Veränderung beginnt beim Einzelnen

In all diesem Wandel sehe ich unsere Verantwortung als Business School: wenn werteorientiertes und verantwortungsvolles Führen unerlässlich für die künftige Wirtschaftswelt wird, ist es unsere Aufgabe als Executive-Education-Anbieterin, unseren Studierenden ein essentielles Rüstzeug für ihre Führungsaufgaben mitzugeben. Denn der Wandel beginnt bei jedem Einzelnen von uns. In unseren Programmen für Führungskräfte an der WU Executive Academy setzen wir daher auf drei wesentliche Ebenen: profit, people and planet. Dabei begleiten wir unsere TeilnehmerInnen, ihren Impact als Führungskräfte und CEO’s auf die Gesellschaft bestmöglich einzusetzen: für die finanzielle Stabilität ihres Unternehmens, aber auch für MitarbeiterInnen und KundInnen und den Planeten als gesamtes. Wir entwickeln mit ihnen Lern- und Karriereziele, die für sie sinnstiftend sind und die sie in ihrer Selbstbestimmung stärken.

Ein Klassenzimmer voller zukünftiger CEO
Es liegt in der Verantwortung einer Business School, die Studierenden mit den richtigen Tools für zukünftige Leadership-Positionen auszustatten.

In unseren MBA-Programmen setzen sich die Studierenden etwa in „CSR & Ethics“-Modulen mit sozialer und ethischer Führungsverantwortung auseinander und gleichen dabei ihre persönlichen Werte mit jenen ihres Unternehmens ab. Mit „Giving voice to values“, einem Ansatz der ehemaligen Harvard-Professorin Mary Gentile, üben die Studierenden, ihre Werte auch im Arbeitskontext zu äußern. In einem speziellen Leadership Lab reflektieren die Teilnehmer die Lerninhalte und schärfen ihr Bewusstsein darüber, wie ihr Führungsverhalten und ihre Karriereziele ihr eigenes Leben, ihre Organisation und gesellschaftliche Bereiche positiv beeinflussen können. Dabei hilft die große Diversität in der Klasse enorm: Menschen aus bis zu 30 Nationen lernen nicht nur mit-, sondern vor allem auch voneinander. Auf diese Weise kristallisiert sich im Laufe der Zeit für jeden heraus, was Leadership von Morgen bedeutet. Und sie etablieren einen kritischen Unternehmergeist, der sie selbstbestimmt agieren lässt.

All das etabliert ihr ganz persönliches Mindset als gesellschaftlich verantwortliche Führungskraft und CEO – für ein nachhaltigeres Wirtschaften von morgen.

Für mehr Informationen darüber, wie die WU Executive Academy zukünftige CEOs ausbildet, klicken Sie bitte hier.

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